DevDay 2018: Digital Reality

Unter diesem Motto fand am 24. April wieder die jährliche Entwicklerkonferenz unter der Schirmherrschaft der T-Systems Multimedia Solutions (MMS) statt - und das schon das vierte mal in Folge! Veranstalter ist die Software Engineering Community (kurz SECO), die initial in der MMS gegründet wurde - aber eben auch den Austausch innerhalb der Community über Firmengrenzen hinweg unterstützen soll. Und dafür hat sich diese Veranstaltung wieder mal als perfekte Gelegenheit gezeigt. 

Gute Speaker, gute Vorträge

Der Tag begann mit einer Keynote von Felix von Leitner, einem altgedienten Veteran aus dem Umfeld des Chaos Computer Club, der mit blog.fefe.de eines der populärsten (und sicher auch umstrittesten) Blogs im deutschsprachigen Raum betreibt (liebevoll auch Bildzeitung für Nerds genannt). Seinen sehr unterhaltsamen Vortrag über Antipatterns in der Softwareentwicklung hat er schonmal in kürzer Variante auf dem letzten Chaos Communication Congress in Leipzig gehalten, davon gibt es hier auch einen Mittschnitt. Zur Einordnung: Ein Pattern beschreibt in der Softwareentwicklung ein prototypische Muster für die Lösung von Standardproblemen. Ein Antipattern ist somit ein häufig angewandtes Muster, was allerdings tatsächlich mehr Probleme schafft als löst.

Die Vorträge wurden nach der Keynote in drei parallele Tracks aufgeteilt, von sehr harten technische bis hin zu softeren, organisatorischen Themen. Zum Beispiel sprach unser Kollege Jan Dittberner über die Verwendung einer beliebten Sicherheitslösung für das sichere Ablegen von Geheimnissen (HashiCorp's Vault). Jan hat dieses Thema auch bei der diesjährigen spring.io in Barcelona eingereicht, und wurde prompt aus über 400 Einreichungen dort ausgewählt. Nicht das einzige Indiz dafür, dass der DevDay auch inhaltlich auf hohem Niveau agiert. 

Aber auch der übervolle Saal im sehr persönlichen Vortrag von Dennis Traub über Burnout in der IT Industrie hat gezeigt, wieviel Redebedarf wir als Engineering Community gerade auch über die Nicht-technischen Themen haben. Dennis hat gezeigt, was zu seiner Überlastung und letztendlich seinem Zusammenbruch geführt hat, wofür ihm vom Publikum sehr viel Respekt für diese Offenheit entgegengebracht wurde.

Wachsendes Interesse

Mit über 450 Teilnehmern hat der DevDay auch dieses Jahr wieder ein ordentliches Wachstum hingelegt (von 350 Besuchern 2017). Neben dem Hauptsponsor MMS haben sich dankenswerterweise auch wieder kleinere und größere Sponsoren an der Finanzierung beteiligt, die wie unsere Freunde von DevBoost auch regelmäßig interessante inhaltliche Formate beisteuern. In diesem Jahr z.B. das interaktive Rollenspiel Pay Your Own Dogfood, was den Teilnehmern die vielfältigen Konsequenzen für Entscheidungen in Architektur und Engineering veranschaulicht hat.

Für 2019 wünschen wir uns dann natürlich auch wieder viele interessante Einreichungen, gerne auch wieder über den Tellerrand hinaus. Und wir müssen und werden wieder daran arbyten, diese Veranstaltung für noch mehr Frauen aus unserer Community atraktiv zu machen, sowohl was die Besucherinnen, aber natürlich auch die Speakerinnen angeht.