Enterprise Messaging im Test – Microsoft Teams

In unserem vorletzten Test zum Ende November erscheinenden Whitepaper „Enterprise Messaging – WhatsApp für Unternehmen?“ widmen wir uns einem Schwergewicht der Branche. Microsoft hat mit Teams ein neues Messaging Tool für die Office 365 Suite vorgestellt. Dieses neue Add-On mussten wir natürlich direkt unter die Lupe nehmen. Zum Testen haben wir Microsoft Teams in seiner Preview-Version in unserer Office 365 Suite aktiviert.

 

Funktionalitäten

Microsoft Teams ist ähnlich wie bei den anderen Anwendungen auf dem Channel bzw. Raumprinzip aufgebaut und fokussiert sich auf die teaminterne Zusammenarbeit. Der User kann in der Navigationsleiste zwischen seinen Aktivitäten, Chat, Teams, Termine und Dateien auswählen. Verschiedene Teams können einfach mit unterschiedlichen Channels in der Teamansicht angelegt werden und es lässt sich einfach zwischen meheren Teams hin und her wechseln. Als Unterschied zu bspw. Slack lässt sich im Chat-Verhalten das „threaded conversation“- Format hervorheben, wie man dieses von sozialen Netzwerken wie Facebook kennt. So können Team-Mitglieder direkt auf eine Nachricht antworten ohne dabei den Chat-Verlauf anderer Mitglieder zu unterbrechen. Um auch diesbezüglich wirklich nur die relevantesten Informationen aus dem Verlauf entnehmen zu könnnen, werden die Nachrichten, in denen man direkt erwähnt wird, spezifisch markiert und wichtige Nachrichten können mit einem Ausrufezeichen versehen werden und sind dann rot markiert. Neben einer riesigen Auswahl an Emoticons, Memes oder Gifs kann der User direkt aus dem Antwortfeld entweder einen Videoanruf mit entsprechender Person/ Personen starten oder terminieren. Wirklich gut dabei hat uns gefallen, dass jedes Teammitglied im Nachrichtenverlauf sofort einsehen kann, dass ein sog. „Meet-Up“ gestartet wurde, dem man jederzeit beitreten kann. Der entsprechende Channel ist dann ebenfalls als Open-Meeting gekennzeichnet. Die Videofunktion ermöglicht darüber hinaus Screensharing.

 

Clue von Teams ist sicherlich die Integration in die Office 365 Suite. Diese Verknüpfung sorgt für eine sehr hohe User Experience, da alle Microsoft Tools wie Word, Excel, Note oder Exchange immer zur Verfügung stehen. Dazu hat man in jedem Channel eine Tab-Ansicht und kann sich entsprechende Office Tools als Tab integrieren. Diese Integration ermöglicht, dass man direkt im Chat Dokumente besprechen und bearbeiten kann, in dem man aus der Anwendung heraus Word/Word-Online starten kann.

Microsoft Teams ist in unserer Testversion als Desktop Client (Windows, Mac) und als Mobile App (iOS, Android, Windows) zu nutzen, soll dann aber auch mit offiziellem Start im ersten Quartal 2017 im Browser abgebildet werden.  Die Usability von Teams war trotz der Vielzahl an Funktionalitäten überraschend gut. Man findet sich sofort in dem neuen Interface zurecht und hat alle Office-Anwendungen integriert an einem Ort. Hinsichtlich der Mobile App gibt es noch leichte Abstriche, da diese zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so ausgereift ist wie der Desktop Client. So können beispielsweise keine Videokonferenzen mit dem Smartphone initialisiert bzw. betreten werden. Dokumente können ebenfalls aktuell noch nicht mobil geteilt werden und man hat nur Einsicht auf geteilte Dokumente aus dem Desktop Client.

 

Integrationsmöglichkeiten

Die Integrationsmöglichkeiten sind, wie bereits erwähnt, primär auf Office-365-Anwendungen ausgelegt. So können problemlos SharePoint, OneNote oder Skype implementiert werden. Doch auch Anwendungen von Drittanbietern wie etwa GitHub, Trello, Jira, RSS-Feeds und Zendesk können ohne großen Aufwand integriert werden. Wem das nicht ausreicht, kann über eigene APIs weitere Tools integrieren.

Bots

In der aktuellen Testversion konnten wir keine Bots einsetzen bzw. testen. Microsoft hat aber bereits verkündet, dass dann beim offiziellen Launch bestimmte ChatBots eingesetzt werden können. PollyBot erstellt dann beispielsweise Umfragen im Team, T-Bot steht Rede und Antwort im Onboarding-Prozess und WhoBot weiß alles über die Personen im Unternehmen und vermittelt gerne bei Bedarf. Spannend ist diesbezüglich auch das Microsoft-interne Bot-Framework zu nennen. Dieses ermöglicht Nutzern die Anwendung beliebig zu erweitern und neue Bots zu konzipieren und zu integrieren.

 

Hosting

Hier werden die Sicherheitsstandards von Office 365, als integrierte SaaS-Lösung in der Cloud, an den Tag gelegt. Gespeichert werden die Daten auf den Servern von Microsoft. Mittlerweile werden die Microsoft Cloud-Dienste auf von T-Systems verwalteten Servern in Frankfurt und Magdeburg gespeichert und Nachrichten werden zu jederzeit verschlüsselt übertragen und gespeicht. Mulit-Faktoren-Authentifizierung stellt sicher, dass auch wirklich nur jene Mitarbeiter das Tool nutzen können, die dafür vorgesehen sind.

 

Preismodell

Microsoft Teams ist nach aktuellem Stand nur in Verbindung mit einem Office-365-Paket verfügbar, d. h. preisliche Unterschiede sind an die entsprechenden Anwendungen des Office-Pakets gekoppelt. Microsoft Teams ist dann entweder Bestandteil des Pakets oder nicht und variiert nicht vom funktionalen Umfang. Das günstigste Einsteiger-Paket für kleinere Unternehmen (bis 300 Nutzern) entspricht dem Office 365 Business Essentials. Für 4,20€ pro Nutzer/Monat im Jahresabonnement  erhält man ausschließlich Online-Dienste wie u. a. Outlook, Office-Online (inkl. Word, Excel und PowerPoint), Yammer und Microsoft Teams. Die günstigste Einstiegsvariante für größere Unternehmen beläuft sich auf 6,70€ pro Nutzer/Monat im Jahresabonnement.

 

Fazit

Mit Microsoft Teams hat das Unternehmen aus Washington sicherlich einiges an Bewegung in die Enterprise-Messaging-Landschaft gebracht und fordert die etablierten Tools heraus. Vor allem, wenn man als Unternehmen bereits Office-365-Kunde ist, führt eigentlich kein Weg mehr an Teams vorbei und erübrigt im Grunde genommen die Suche nach einem alternativen Tool. Alle Office-Produkte werden an einem Ort zentralisiert und können teaminterne Absprachen deutlich beschleunigen. Als einziger vorläufiger Kritikpunkt ist die etwas schlankere Funktionspalette der Mobile App wie etwa die fehlenden Dokumenten-Sharing Funktion zu nennen. Ferner ist die Anwendung nur in der Cloud und nicht on-premise verfügbar – seit Mitte 2016 allerdings auf deutschen Servern. Wir sind auf jeden Fall sehr auf den offiziellen Start im ersten Quartal 2017 gespannt, denn die Preview-Version wusste zu überzeugen.

 

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