Enterprise Messaging im Test - Teamwire

Die Veröffentlichung des Whitepapers „Enterprise Messaging – Ein WhatsApp für Unternehmen?“ rückt immer näher. Letzte Woche haben wir Mattermost unter die Lupe genommen. Diese Woche im Fokus: Teamwire – ein Tool, das WhatsApp von seiner Usability sehr ähnelt. Für den Test stand uns die 60 tägige kostenfreie Testversion zur Verfügung.

 

Funktionalitäten

Teamwire ist eine von der deutschen Firma Grouptime entwickelte Enterprise Messaging App für Unternehmen und Behörden, das dem privat genutzten WhatsApp stark ähnelt – nicht nur aufgrund seiner Oberfläche, sondern auch bezüglich vergleichbarer Funktionalitäten. Die Anwendung, die als Desktop Client (Windows, Mac, Linux) und Mobile-App  (Apple, Android, Windows Phone) verfügbar ist und auf verschiedenen Endgeräten gleichzeitig verwendet werden kann, legt den Fokus ganz klar auf das intuitive Chat-Erlebnis, das der Nutzer auch bei WhatsApp besitzt. Schlicht und einfach gehalten können sich Mitarbeiter in Privat- und Gruppenchats ungestört austauschen. Unbegrenzt viele Gruppen können erstellt werden und der Mitarbeiter kann hierbei jeglichen Mitarbeiter des Unternehmens aus der Kontakt-Datenbank zu einem Privat- oder Gruppenchat hinzufügen. Dokumente, Videos, Bilder, Locations, Kontakte und Kalendereinträge können problemlos geteilt und direkt im eigenen Kalender gespeichert werden. Sprachnachrichten sind ebenfalls möglich. Eine Audio- bzw. Videotelefonie-Option bietet Teamwire derzeit nicht. Als schönes Feature hat Teamwire eine Lesebestätigungsfunktion in den Chatverlauf eingebaut, damit schnell und einfach nachvollzogen werden kann, wer die Nachricht empfangen hat und wessen Input noch fehlt (funktioniert für 1:1 wie Gruppen-Chats). Diskussionen können dadurch vorangetrieben und Entscheidungen schneller und zeitnah getroffen werden.

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass jegliche Funktionalität respektive Sharing-Optionen von dem System-Administrator restriktiert werden können, sollten unternehmensinterne Probleme entstehen. Hierbei kann die Administration über ein eigenes Teamwire Adminportal oder über die Integration in eine Enterprise-Mobility-Management-(MDM/EMM)-Lösung für die komplette Absicherung der Endgeräte sorgen. Die App verfügt über zahlreiche Policies/Richtlinien für umfassenden Schutz vertraulicher Unternehmensdaten und unternehmensweiter Compliance. So können z. B. mit „Retention-Policies“-Daten nach einem festgelegten Zeitraum automatisch von Endgeräten gelöscht werden, oder mit „Security Tokens“ eine Installation der App auf privaten oder ungemanageten Endgeräten verhindert werden. Der System-Administrator kann über White- bzw. Blacklisting festlegen, welche Mitarbeiter die Anwendung nutzen dürfen. So können beispielsweise nur firmeninterne Mitarbeiter freigeschaltet werden, aber auch externe Kunden oder Partneraccounts. Die Möglichkeit, Nutzer einzuladen, hat nur der System-Administrator. Bei erstmaliger Registrierung werden alle Kontakte aus der firmeninternen Datenbank automatisch mit der App synchronisiert, d. h. der Nutzer sieht ausschließlich die Mitarbeiter, die die Erlaubnis zur Nutzung von Teamwire haben und die sich auch bereits registriert haben.

 

In unserem Usability-Test ist positiv anzumerken, dass Teamwire vom „Look & Feel und auch von der Handhabung der Consumer-App WhatsApp sehr nahe kommt. Eine Einarbeitung in das neue Tool erübrigt sich, da man mit der Funktionalität als auch mit der Oberfläche vertraut ist. Auch die vielfältigen Sharing-Optionen wie die Kalender- bzw. Locationanbindung, sowie die Sprach- und Videonachrichten gefielen uns sehr gut. Im Vergleich zu anderen Lösungen steht der Fokus bei Teamwire auf dem Lesefluss und es gibt keine Möglichkeit, geteilte Inhalte zu bewerten oder zu kommentieren. Für manche Anwender könnte dies nachteilig sein.

 

Integrationsmöglichkeiten

Die Integrationsmöglichkeiten sind ausschließlich unter der Kontrolle der System-Administratoren eines Unternehmens, der etwaige Integrationen blockieren kann. Mögliche Anbindungen an führende Enterprise-File-Sharing-Lösungen wie bspw. Acronis, Novell Filr, Sharepoint, Box, Google Drive und Business Connector funktionieren out-of-the-box, wenn deren Apps auf den mobilen Endgeräten installiert sind. Auf dem PC können beliebige Files direkt per Drag&Drop geteilt werden.

Über die vorhandene komplette LDAP/AD-Synchronisation kann problemlos ein Roll-Out durchgeführt werden. Eine Kombination mit MDM/EMM-Lösungen ermöglicht eine vollautomatische Nutzer-Registrierung und Vorkonfigurierung der App.

 

Bots

Hinsichtlich der Verwendung von Bots kann zum aktuellen Zeitpunkt keine genaue Auskunft gegeben werden, dies wird aber nach Rückfrage bei Teamwire im vierten Quartal auf der Roadmap stehen.

 

Hosting

Das Hosting von Teamwire findet auf Servern in Deutschland statt, was sicherlich ein großes Plus dieses Tools darstellt. Die Anwendung kann entweder On-Premise, sprich auf den firmeneigenen Servern des Kundens, oder auf denen eines Drittanbieters/Providers, oder als SaaS in der privaten Cloud von Grouptime gehostet werden.

Ein starker Pluspunkt geht hier in Richtung Datenschutz und Compliance. Teamwire arbeitet nach umfassendem deutschen Datenschutz und Datensparsamkeitsprinzip und ist auf die Anforderungen von deutschen Unternehmen und Behörden spezialisiert. Die App verfügt über eine sehr starke Transportverschlüsselung und speichert Inhalte auf den Endgeräten und Servern nur verschlüsselt ab. Die gesamte Verwaltung und Administration wird hinter die Firewall des Kundens verlagert.

 

Preismodell

Um Teamwire kennenzulernen, wird eine kostenlose Version für 60 Tage angeboten, die auf 20 Mitarbeiter beschränkt ist, jedoch alle Anwendungs-Features inklusive der hohen Sicherheitsstandards enthält. Die entgeltpflichtige „Business“-Variante beläuft sich auf drei Euro pro Nutzer im Monat und enthält darüber hinaus Premium Support, ein Administrator-Portal inklusive User Management, LDAP Import und Mobile Device Management Support. Out-of-the-box-Integrationen sind ebenfalls möglich. Für einen Euro Aufpreis im Monat erhält man in der „Enterprise“-Edition zusätzlich eine Enterprise-Mobility-Management-Integration, mehrere Domains und Mandanten und ein Nachrichtenarchiv. Inbegriffen ist ebenfalls eine größere Auswahlmöglichkeit an Integrationen. So werden alle File-Sharing-Lösungen, die ein Document Provider API oder ein Rest API für Systeme wie CRM, ERP oder HR implementiert haben, angeboten.

 

Fazit

Teamwire lässt sich zusammenfassend als schnelle und sichere Enterprise Messaging App darstellen. Insbesondere die intuitive und WhatsApp nachempfundene Benutzeroberfläche gefiel uns sehr gut. Aufgrund seiner hohen Sicherheitsstandards respektive dem Hosting auf deutschen Servern bzw. On-Premise, ist die Anwendung auch für Branchen aus dem Finanzsektor, dem Versicherungswesen und dem öffentlichen Sektor interessant, die ein hohes Maß an Datenschutz voraussetzen. Diese Sicherheitsrestriktionen haben auf der anderen Seite den Nachteil, dass aktuell die Bandbreite potentieller Integrationen noch beschränkt ist. Wer auf ein funktionales Messaging Tool „made in Germany“ bauen möchte, trifft mit Teamwire eine gute Wahl.

 

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