Next Level Enterprise Messaging: Facebook Workplace

Enterprise Messaging war ein großes Trendthema des Jahres 2017. Das Interesse von kleinen wie großen Unternehmen an der stetig wachsenden Zahl an Lösungen scheint nach wie vor immens und wird uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Neue Hersteller ergründen den Markt, bestehende Enterprise Messenger werden - meist um Kollaborationsmöglichkeiten - weiterentwickelt und das Angebot wird immer bunter.

Um dieser Dynamik gerecht zu werden, möchten wir mit dieser Blogreihe an unser erstes Whitepaper „Enterprise Messaging - WhatsApp für Unternehmen?“ anknüpfen und ein umfassendes Update zur aktuellen Marktsituation von Enterprise Messaging geben. Als Ergebnis dieser Arbeit werden wir Anfang des Jahres 2018 eine Neuauflage unseres Whitepapers veröffentlichen, das neben einer neuen Evaluierung anhand von Use Cases zudem eine Reihe an interessanten Customer Success Stories mit verschiedenen Messagern enthalten wird.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr stellten wir das neue Enterprise Tool des Social Network Giganten Facebook vor. Damals überzeugten vordergründig die allerseits bekannte Anwendungsumgebung sowie alle Features, die stark an die Customer-Version Facebooks angelehnt waren, wodurch die Usability und die Einführung in die unternehmensinterne Arbeit spielend einfach erschien. Der Maßgabe Zuckerbergs, mit Facebook Workplace eine Möglichkeit geschaffen zu haben, Unternehmen zu führen, war man zum damaligen Zeitpunkt noch ein gutes Stück entfernt. Ausschlaggebend hierfür waren die starke Abhängigkeit der Features vom jeweiligen Endgerät sowie die eingeschränkte Nutzung der Audio- und Video-Konferenzen, wodurch Facebooks Neuerscheinung gegenüber der Konkurrenz schwächelte.

Nachdem nun ein Geschäftsjahr vergangen ist, gilt es wiederholt einen Blick auf das Tool zu werfen und zu untersuchen, was sich seit dem Release getan hat. Der Zuwachs auf 30.000 Unternehmen, die Facebook Workplace seither in ihren Arbeitsalltag implementiert haben, lässt darauf schließen, dass sich der Dienst mit dessen Funktionen und Updates etabliert hat.

 

Da hat sich doch was getan!

Um sich von der Abhängigkeit der Browser-Anwendung zu lösen, entwickelte das Team rund um Facebook eine neue Desktop-Applikation für Windows und MacOS mit dem Namen „Workplace Chat“ die bisher nur als BETA-Version erhältlich ist. Zusätzlich wurde die Benutzeroberfläche der Anwendung auf Android und iOS im Aufbau an diese Desktop-App angepasst, um Nutzern eine einheitliche und geräteunabhängige User Experience zu ermöglichen.

 

Seit zwei Wochen sind neuerdings Audio- und Video-Calls innerhalb von Gruppen mit bis zu 50 Teilnehmern möglich. Die Funktion ist sowohl im Browser als auch in der Workplace Chat Desktop- sowie Mobile App eingebunden und ermöglicht selektives Screensharing. Dabei können spezifisch ausgewählte Bereiche des Bildschirmes geteilt werden, wodurch für mehr Diskretion gesorgt ist. Während  Slack ganze vier Jahre für die Entwicklung und Einführung von Screensharing benötigte, ist Facebook bereits ein Jahr nach Launch die Integration dieses Features gelungen. Damit wurde ein großer Kritikpunkt unseres ersten Artikels behoben, der die Anwendung weitaus praktischer macht.

 

Des Weiteren wurden neben den drei bisher verfügbaren Buchungsoptionen für 3$,2$ und 1$ noch eine kostenlose, funktional schmaler gesattelte Version ergänzt. Damit tritt das Tool in direkte Konkurrenz mit Slack, bietet aber auf kostenloser Basis, durch die Live-Streaming-Funktion, den unbegrenzten Speicherplatz und den Video-/Audio-Calls mit bis zu 50 Personen, dem Nutzer mehr Leistung.  

 

 

Inzwischen kann innerhalb von Chats auf Nachrichten mit Stimmungs-Smileys reagiert werden und GIFs eingefügt werden.

Ein weiteres neues Extra des Tools ist die Veröffentlichung einer Live API. Außer der Liveübertragung eines Momentes mit einem Smartphone oder der Desktop-App, können damit auch professionelle Video-Kits eingesetzt werden. Gerade für besondere Firmenevents, die qualitativ hochwertig aufbereitet und in Echtzeit übertragen werden sollen, liefert dies eine sinnvolle Lösung. 

Zwar können innerhalb von Gruppen unter Beiträgen Kommentare zu gesonderten Themen verfasst werden, jedoch ist eine Threaded Conversation innerhalb von Chats nicht möglich. Dadurch mangelt es bei vielen Gruppenteilnehmern recht zügig an der Übersichtlichkeit einer Diskussion.

Integrationsmöglichkeiten sind im kostenlosen Zugang auf Dropbox, Salesforce, Google Drive, OneDrive, Quip und Box stark begrenzt und erweitern sich minimal in den Premium-Optionen um G Suite, Okta, Windows Azure AD, OneLogin, Ping und Windows Azure AD.

 

Wo reiht sich Facebook Workplace nun ein? 

Die Usability bleibt weiterhin prächtig und sehr vertraut durch die starke Anlehnung an die Benutzeroberfläche des Customer Facebook. Kleine aber feine Funktionen wie Gruppen-Umfragen stellen ein cooles „Kollaborations-Feature“ dar. Die Einführung der Desktop-App und der Free Version sowie die Aufbereitung der Call-Funktionen macht Facebook Workplace endlich zu einem starken Marktbestreiter.

Ein Kritikpunkt besteht allerdings im mobilen Zugang durch den Einsatz von zwei Apps. Um innerhalb von Facebook Workplace gemeinsam zu kommunizieren, muss auf dem Smartphone neben Facebook Workplace noch der Messenger „Work Chats“ installiert werden, um alle Vorteile zu genießen. Dies wiederspricht aus Kundensicht dem „leanen“ Aufbau und der einfachen Usability des Enterprise Messaging Tools. Außerdem ist das Tool weiterhin leider nur rein cloudbasiert verfügbar und erfüllt keine deutsche Sicherheitsstandards.

Insgesamt kann Facebook Workplace inzwischen definitiv mit Lösungen von Konkurrenten am Markt mithalten und stellt endlich, wie von Zuckerberg ein Jahr zuvor prophezeit, einen realistischen „Weg dar, um Unternehmen zu führen“.

 

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