JiveWorld16 - Viva Las Vegas

Natürlich kann man über eine Konferenz in Las Vegas nicht ohne Las Vegas sprechen, dem stadtgewordenen Klischee. Und doch soll es hier nicht um die Glitzerwelt aus Parties, Pools und Palmen gehen (weitere P’s bitte selbstständig ergänzen ;)). Denn unser Partner Jive hatte eingeladen, um mit der jährlich stattfindenden Konferenz die Familie zusammenzuholen und Kunden und Partner auf Linie zu bringen (Party allerdings nicht ausgeschlossen).

Außer uns waren noch 1500 andere Teilnehmer, Redner und Jive-Mitarbeiter da, wenn man den Gerüchten glauben möchte (gefühlt aber nur wenige – in meinen Augen zu wenige – Jiver). Veranstaltungsort war erstmalig das Aria Resort, eines der besseren Häuser am Platz mit 4000 Betten, einem sehr großzügigem Convention Center und – es darf nirgends fehlen – natürlich einem riesigen Casino.

Tag 0 und damit Tag der Preconference war für uns geprägt mit erstem Netzwerken und durchatmen nach der strapaziösen Reise (der Rekordhalter unserer kleinen Magenta-Entourage war über 25 Stunden unterwegs). Aus Deutschland waren natürlich auch einige Bekannte und Jive-Partner vor Ort, wobei nun beim ersten Händeschütteln erstmal der individuelle Jetlag besprochen wurde. Auch am Tag 0 fand das obligatorische Jive Partner Meeting statt, für welches sich das Management herab begab, um mit den Partnern in einem Townhall-Format zusammen zu kommen. Zuerst wurden allerdings recht langatmig neue Strukturen in Sachen Sales, Technical Sales und Management bei Jive vorgestellt. Weiterhin gab es vage Andeutungen auf die Produktstrategie, da wollte man natürlich nicht auf die eigentliche Konferenz vorgreifen.

 

Glücklicherweise waren wir nicht zum Rumlungern gekommen

 

Der erste Tag wurde dann eröffnet durch Jive CEO Eliza Steel, pünktlich um 8.30 Uhr. Nicht nur in dieser Keynote beeindruckte mich hier weniger der Inhalt, sondern mehr die Person Eliza Steel, mit ihrem warmen Charisma, ihrer Authentizität und ihrer Haltung. Leider blieb diese erste Keynote allerdings in ihrem Anspruch unter ihren Möglichkeiten, denn der emotionale und damit so ur-amerikanische „Awesome!“-Moment konnte nicht hergestellt werden, der Funke sprang in meinen Augen nicht über. Vielleicht ist die Welt um Jive einfach komplexer geworden, vielleicht sind die möglichen Iterationsstufen dadurch kleiner und weniger revolutionär (vielleicht war es mit gefühlten 4 Grad auf der klimatisierten Mainstage aber auch einfach nur zu kalt).

Spannender und wichtiger war dann in meinen Augen die Keynote an Tag zwei, um das gleich vorwegzunehmen. In dieser sollte die neue Vision von Jive transportiert und nachvollziehbar gemacht werden und das ist in meinen Augen gelungen. Der Kern besteht aus einem Dreieck um den Mitarbeiter (You). Um diesen gruppieren sich die eigenen Kollegen (Team), die eigene Firma (Company) und der Kunde (Customer). Das ist die Grundlage für den schon bekannten Wunsch von Jive, die Welt der internen und externen Communities zu verbinden. Folgerichtig definieren sie jetzt ein „Secure Business Network“, ein Geflecht von unterschiedlichen Jive Communities und Dritt-Anwendungen, in denen der Nutzer eine „Unified Identity“ mit einem dedizierten Profil hat. Der Nutzer kann dann auswählen, wie sein Profil in welchem Umfeld sichtbar wird. Und Content kann nahtlos zwischen den Communities kopiert und synchronisiert werden. Im Grunde ist diese das bekannte Bridging-Konzept von Jive, nur weitergedacht. Die Grenzen zwischen intern und extern verschwimmen hierbei bzw. können sehr granular ausgearbeitet werden. Die gezeigten Screencasts wirken hierbei sehr ansprechend. Es wird sowohl deutlich, warum dieses Konzept sinnvoll ist, als auch, dass die Umsetzung von Jive durchdacht und einfach gut gemacht ist, zumindest was UI/UX angeht. 

Dieses Konzept ist aber natürlich streitbar. Und so habe ich in Gesprächen mit Kunden von Jive x mehrfach gehört, dass sie dabei ganz klar den Fokus auf den externen UseCase vermissen. Diese Kunden wollen keine Zusammenarbeit an Dokumenten, kein Projektmanagement, keine Task- und Eventorganisation. Alleine, dass bei einer Präsentation über Jive allgemein hier ein Schwerpunkt gesetzt wird, kommt einem Affront gegenüber dieser Kundengruppe gleich. Andererseits muss man fragen: Warum denn nicht? Was hindert euch daran, die sowieso stattfindende Case-bezogene Arbeit der Support Agents nicht direkt in Jive zu erledigen, womöglich in einer angebundenen internen Community? Geht es tatsächlich nur darum, dass diese Agents keine Zeit für ein Tool wie Jive bei ihrer täglichen Arbeit haben? 

Spannend waren aber auch die vielen Vorstellungen von Jive-Kunden, die ihre Communities vorgestellt haben. Zusammen mit Alexander Derno von der Deutschen Telekom sprach z. B. ein Vertreter von American Airlines über deren interne Community. Ich fand es spannend, dass es hier beim Anspruch an solche Communities immer wieder Gemeinsamkeiten gibt, die man vielleicht so zusammenfassen kann: Worldwide, Mobile, Open. Internationale Konzerne wollen ihre internen Communities weltweit ausrollen, sie sollen geräteagnostisch funktionieren und sie sollen offenen Standards gehorchen, um so die Interoperabilität zu gewährleisten. Jeder Punkt für sich ist komplex und birgt eine ganze Reihe von Herausforderungen.

 

Alexander Derno live on stage

 

Alexander stellte in seinem Talk natürlich auch die durch uns entwickelte neue Intranet-Startseite vor, deren Grundlage ein smarter Algorithmus ist. Dieser errechnet anhand von steuerbaren Kriterien die persönliche Relevanz von jedem Content-Element in der Community für den Nutzer und zeigt diese auf der Startseite an. Die Unternehmenskommunikation kann hierbei granular einzelne Elemente priorisieren, um gleichzeitig eine verbindliche Kommunikation zu ermöglichen.

Ansonsten gab es für mich als Techniker eine ganze Reihe von interessanten Talks, Jive hatte zum Beispiel auch Redner von Google eingeladen, um über deren Ansatz für das automatisierte Management von Cloud-Instanzen zu sprechen. Vorgestellt wurde das Open Source Tool kubernetes.io, mit dem man sehr dynamisch ganze Cluster konfigurieren kann. Für uns vor allem deshalb spannend, weil die Deutsche Telekom mit der Telekom Open Cloud jüngst ein spannendes Cloud-Produkt eingeführt hat, was mit OpenStack auf einem offenen Standard basiert und damit grundsätzlich auch mit kubernetes kompatibel wäre. Für unsere bestehenden und neuen Jive-Kunden sicherlich eine interessante Hosting-Alternative: Ein Jive in einer deutschen Cloud, mit allen dynamischen Möglichkeiten in Bezug auf Performance und Pricing, die eine Cloudlösung bietet. 

 

Der Abschlusssevent – mit Pool, Palmen und Party

 

Alles in Allem war die JiveWorld16 eine sehr interessante Erfahrung mit vielen spannenden Gesprächen zwischendurch, mit Menschen aus aller Welt, an den großen runden Tischen beim Frühstück, beim Mittagessen und natürlich auf der berüchtigten Abschlussparty. Gute Konferenzen lassen seine Besucherinnen und Besucher zurück mit Impulsen und Gedanken, die auch die folgenden Wochen noch nachwirken. Und so war auch die JiveWorld 2016.