Enterprise Videostreaming - Wohin geht die Reise?

Während Enterprise Videostreaming in Deutschland lange noch nicht zum Standardkommunikationsmittel in Unternehmen gehört, ist die Nachfrage in den USA schon deutlich signifikanter. Zahlreiche Anbieter verfügen über Expertise in den Bereichen Live Streaming oder Video-on-Demand-Veröffentlichungen.

Forrester Research führt regelmäßig eine Studie zum Thema Enterprise Video Platforms and Webcasting durch, um zu evaluieren, welcher Anbieter für welchen Use Case besonders geeignet ist. Diese Studie möchte ich zum Anlass nehmen, die aktuellen Trends und Entwicklungen von Enterprise Videostreaming zunächst in Amerika zu beleuchten, sie in einem folgenden Artikel aber auf den deutschen Markt zu übertragen. Schauen wir also wohin die Reise geht mit Enterprise Videostreaming!

 

„The Forrester Wave: Enterprise Platforms and Webcasting“ erschien Anfang Februar 2015 und beinhaltet die Evaluation von 16 Vendoren. Diese mussten folgende Kriterien erfüllen, um Teil der Studie werden zu können:

  • Fokus auf Enterprise Use Cases
  • Unterstützung von Live Webcasting
  • Steigendes Interesse an den Anbietern
  • Umsatz mindestens $5 Millionen
  • aussagekräftige Kundenreferenzen

Es handelt sich also um Marktführer und sehr erfahrene Anbieter von Enterprise Videostreaming, deren Stärken und Schwächen in der Studie vergleichen werden.

Eine Videoplattform definiert Forrester dabei wie folgt:

„Software (and optionally appliances) to capture, manage and deliver one-to-many live and on demand IP video.“

 
Im Folgenden möchte ich Ihnen kurz vorstellen, welche Kernthemen bei der Evaluation einer Lösung eine Rolle spielen und in welche Richtung sich diese entwickeln.

#1 Live-Webcasting, Video Portal oder beides?

Die beteiligten Vendoren bieten Ihren Kunden Live-Webcasting-Lösungen (Live-Präsentationen mit Präsentationsfolien) oder Video-on-Demand-Platforms („Corporate Youtube“). Die Anbieter sehen mehr und mehr, dass zum Enterprise Videostreaming beides gehört: Sowohl Live-Streaming, als auch ein Videoportal für On-Demand-Bereitstellung. So bieten führende Anbieter für Video-On-Demand-Lösungen zunehmend auch Webcasting-Lösungen und andersrum.

#2 Zielgruppe im Unternehmen

Einige Anbieter fokussieren auf die Marketingabteilung, andere auf die interne Unternehmenskommunikation und Training on the job. Diese Grenzen verschwimmen allerdings zunehmend. Der Trend geht zu einer Lösung für alle Bereiche mit der Möglichkeit für Live-Streaming und On-Demand-Videos. Sowohl Marketing, als auch HR und Unternehmenskommunikation sollen mit der gleichen Lösung ihre verschiedenen Use Cases abdecken können.

#3 Relevanz von Self-Service-Angeboten

Bis vor Kurzem war es üblich, dass es einen Projektmanager vom Vendor benötigte, um die Plattform zu bedienen. Für besonders wichtige Events greifen Unternehmen immer noch darauf zurück, aber für die alltägliche Bedienung der Plattform wird der Self-Service-Gedanke immer wichtiger. Fachabteilungen im Unternehmen möchten nicht mehr abhängig sein vom Dienstleister, sodass die Anbieter immer mehr versuchen, ihre Lösungen zu vereinfachen und nutzerfreundlich zu machen (auch für Personen ohne ausgeprägtes IT-Know-How).

#4 Browserbasierte Erstellung von Inhalten

Auf für die eigentliche Content-Erstellung wird Self-Service immer relevanter. So stellen die Vendoren browserbasierte Tools zur Verfügung, mit denen Videos und Videopräsentationen einfach erstellt werden können – unter Verwendung von Webcams, Folien oder Screenshots.

#5 Cloud vs. On Premise

Flexible Cloudlösungen werden von Unternehmen immer häufiger angefragt. Sie bieten, gerade was die Schnelligkeit von notwendigen Updates angeht, große Vorteile gegenüber On-Premise-Lösungen. Einige der Vendoren verfügen allerdings noch nicht über mandantenfähige Cloudlösungen. Andere wiederum legen gerade darauf ihren Fokus und optimieren ihre Cloud-Infrastruktur und entsprechend notwendige Security-Features.

#6 Netzwerkbandbreite

Die Bandbreite ist und bleibt die größte Herausforderung für Video im Unternehmen. Die meisten Anbieter arbeiten weiterhin mit globalen Content Delivery Networks, Multicast Networks oder Wide Area Networks. Einige Vendoren setzen auf Anwendungen, welche Video an den Unternehmensstandorten cachen, andere nutzen softwarebasierte Ansätze. Zunehmend wird auch eine Kombination verschiedener Methoden angeboten.

#7 Integration in bestehende IT-Systeme

Große Unternehmen haben in der Regel bereits etablierte IT-Systeme für Collaboration, Customer Relationship Management und weitere. Die Integrationsfähigkeit von Video-Plattformen in die bereits bestehenden Systeme ist ein entscheidendes Argument für oder gegen eine Lösung. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Vendoren ihre Lösungen dahingehend optimieren.

Insgesamt streben die Vendoren danach, eine Lösung für alles zu werden: interne und externe Kommunikation, live und On Demand, für möglichst viele Abteilungen im Unternehmen und eingebunden in die bereits bestehenden IT-Systeme. Für Unternehmen ist dies sicherlich der Schritt in die richtige Richtung. „Alles aus einer Hand“-Lösungen sind mit dem geringsten Koordinationsaufwand auf Kundenseite verbunden und erfreuen sich deshalb großer Beliebtheit. Wichtig ist außerdem die intuitive und einfache Bedienbarkeit der jeweiligen Plattform – Self-Service in den Fachabteilungen wird immer häufiger gewünscht. Ein Projektleiter auf Vendorenseite sollte aber für besonders wichtige Events weiterhin zur Verfügung stehen.

Im zweiten Teil dieses Artikels wollen wir einen Blick auf den deutschen Markt werfen. Wir werden mit einem Experten für Enterprise Videostreaming sprechen und sehen, vor welchen Herausforderungen und Entwicklungen deutsche Anbieter von Enterprise-Videostreaming-Lösungen stehen. Unser Experte wird uns außerdem eine Lösung genauer vorstellen.