Neue Trends im Enterprise Videostreaming

Videokommunikation wird für immer mehr Unternehmen zum zentralen Bestandteil der internen Kommunikation. Wir sprachen vor einiger Zeit mit Oliver Stache über die Herausforderungen, die Videostreaming im Unternehmen mit sich bringt und wie man diesen begegnen kann. Der heutige Artikel befasst sich mit einer anderen Perspektive: Welche Trends zeichnen sich im Enterprise Videostreaming im Jahr 2016 ab? Was ist inzwischen State of the Art, wenn Unternehmen eine Videolösung anfragen?

 

Mittendrin statt nur dabei! – User Generated Content

Es fing vor vielen Jahren mit der Ansprache des Vorstands an, doch inzwischen wollen Unternehmen „mehr“ – mehr Partizipationsmöglichkeit für alle Mitarbeiter. Das gilt vor allem für Video-on-demand-Inhalte, aber zunehmend auch für Livestreaming.

Doch welche Features kommen hierbei ganz konkret zum Einsatz?

Zusammengefasst unter dem Titel „User Generated Content“ handelt es sich um ein Featureset, was es potentiell jedem Nutzer ermöglicht, an der Contenterstellung zu partizipieren. Was in Social Intranets schon lange gang und gäbe ist, wird nun also auch für Videos zum Standard.

Wir sprechen hier einerseits vom reinen Upload-Prozess – jeder Nutzer an jedem Gerät, gleich ob Desktop-PC oder Tablet, soll die Möglichkeit haben, Videos hochzuladen. Damit gibt es in dem Sinne keine Redakteure mehr, die Inhalte im Backend der Plattform bearbeiten und dann zur Verfügung stellen. Der Videoupload kann direkt über das Frontend der Plattform stattfinden.

Noch einen Schritt weiter gehen Features zur direkten Erstellung von Videoinhalten, entweder in Form von Screen-Capturing oder Webcamrecording. So kann der Nutzer Videos direkt in der Anwendung erstellen, indem er beispielsweise seinen Bildschirm aufnimmt. Das ist besonders hilfreich für die Erklärung neuer Tools („Klickanleitungen“). Oder aber, er zeichnet ein Video direkt mit seiner integrierten oder einer externen Webcam auf. So können Sachverhalte schnell in Bewegtbild und Ton erklärt werden.

Auch die Bearbeitung der Videos, die früher noch aufwändig von Agenturen durchgeführt wurde, soll nun jedem Nutzer ermöglicht werden. Er möchte sein eigens aufgezeichnetes Video wahrscheinlich noch schneiden, Blenden und Bauchbinden einfügen. Ein Minimalset an Videobearbeitung sollte gegeben sein, sobald man auf User Generated Content setzt. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Bedienbarkeit auch für unerfahrene Nutzer intuitiv sein muss, um Frustration zu vermeiden. Daher empfiehlt es sich, Standardwerte vorzugeben. Beispielsweise kann der Nutzer dann nur auswählen, ob die Blende schwarz oder weiß, lang oder kurz sein soll. So kann jeder den Editor bedienen und alle Videos haben ein einheitliches Erscheinungsbild.

Auch für Livestreaming kommt mittlerweile nicht mehr nur die professionelle Videocrew zum Einsatz. Immer mehr Unternehmen wünschen sich auch hier einen professionellen Self-Service. Somit können Livestreams inzwischen auch über die im Laptop integrierte oder eine qualitativ hochwertige externe Webcam gestreamt werden. Das Setup des Webcasts (Folien, Video, Chat) bleibt dabei das gleiche. Damit kann nicht mehr nur die Executive-Ebene eines Unternehmens Webcasts durchführen. Auch kleinere Abteilungen können mit Hilfe des Webcam-Features nun ortsunabhängig kommunizieren.

 

Video ist nicht mehr nur für „die Großen“ – Edge Appliance & Thin Clients

Waren einst hauptsächlich Großunternehmen die Zielgruppe der Enterprise-Videostreaming-Anbieter, so entdeckt nun auch der Mittelstand die Vorteile der Videokommunikation. Besonders für Vertrieb und eLearning werden gern unternehmensinterne Mediatheken eingesetzt. Das stellt die Anbieter vor eine Herausforderung: Die einst für Großunternehmen gedachte Lösung muss nun auch für kleinere Unternehmen skaliert werden. Das bedeutet vor allem: Komplexität raus. Große Serverräume oder gar eigene Rechenzentren sind hier meist nicht vorhanden – ein Verteilungsnetzwerk (Content Delivery Network) wird aber aufgrund der meist geringen Bandbreite dennoch gebraucht. Heißt also: Die eingesetzte Hardware muss gut zu handhaben sein und am besten direkt „im Paket“ mit angeboten werden. Eine sogenannte Edge Appliance, die dem Unternehmen mit der Plattform zur Verfügung gestellt wird verringert den organisatorischen Aufwand und resultiert in einer verkürzten Bereitstellungszeit.

Eine weitere Herausforderung für Anbieter von Enterprise Videostreaming ist der häufige Einsatz von Thin Clients im Mittelstand. Vor wenigen Jahren noch war die Aussage „Video auf Thin Clients? Absolut unmöglich“. Inzwischen gibt es Mittel und Wege, wie Video auch auf diesen minimal ausgestatteten Systemen zum Laufen gebracht werden kann. Wer hier wettbewerbsfähig bleiben will, muss das Thema angehen. Durch die vielen verschiedenen Infrastrukturen gibt es zwar noch kein Patentrezept, aber wenn man sich die Zeit nimmt, die Systeme detailliert im Rahmen eines Piloten zu analysieren und verschiedene Möglichkeiten zu testen, hat man gute Chancen ans Ziel zu kommen.

 

Zukunftsfähigkeit – HTML5 und Verzicht auf Plugins

Viele Enterprise-Videostreaming-Anbieter setzen immer noch auf Plugin-basierte Lösungen, die bspw. Silverlight oder Flash benötigen. Diesen Lösungen fehlt jedoch etwas ganz entscheidendes: die Zukunftsfähigkeit. Aktuelle Browser unterstützen out-of-the-box HTML5 und nicht Flash. Und zwar aus gutem Grund: Für Flash wird ein Plugin benötigt, außerdem bestehen nachweislich Sicherheitslücken. Keine gute Voraussetzung für sichere Unternehmenskommunikation! Übrigens setzen auch viele Anbieter bei User Generated Content Features noch auf Plugins, beispielsweise für den Videoeditor oder das Webcamrecording. Hier ist die Funktionalität des eigentlich fortschrittlichen Features also nicht gewährleistet. Es empfiehlt sich, auf browserbasierte Lösungen mit HTML5-Videoplayer und WebRTC-Lösungen zurückzugreifen.

Fazit: Enterprise Videostreaming muss, wie jedes andere digitale Kommunikationsmedium, den Puls der Zeit fühlen. Die hier aufgeführten Anforderungen werden in 2016 definitiv zum State of the Art gehören.

 

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