Social Networking – oder warum das „Wir“ entscheidet

Unternehmensstrukturen bilden vertikale sowie horizontale Ebenen und Kompetenzen ab. Sie organisieren und geben den Rahmen für Verantwortlichkeiten und Aufgaben. Und trotzdem hält etwas wie „Social Networking“ im Unternehmen Einzug. Wozu? Um gegebene Strukturen zu sprengen? Um auszuhebeln, was die Organisation vorgibt? Ist das so gewollt?

Ja, das ist gewollt und auch noch sinnvoll! Unterstützung in verschiedenen Projektteams, Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg und die Lösung komplexer Problemstellungen bestimmen den Arbeitsalltag. Die daraus entstehende Dynamik erfordert „Raum“, lose Formen des informellen Zusammenschlusses. Hier setzen Social Networks an. Der virtuelle Zugang zu Kollegen und deren Expertise gibt schnell Aufschluss darüber wer helfen kann und wer nicht. Doch Mitarbeiterprofile allein bestimmen noch lang kein effizientes Social Networking.

Warum die „Anderen“ bestimmen wer ich bin

Die Verbindungen im Gesamtkonglomerat der Belegschaft sind es, was zur effizienten Informationsverteilung und -beschaffung führt. Denn das gegenseitige Folgen von Mitarbeitern meint nicht das stupide Erweitern der eigenen Kontaktliste. Es bedeutet die (Nach-) Verfolgung von Aktivitäten, Inhalten und Aktualisierungen im gesamten Netzwerk. Dabei bestimmt sich das persönliche Netzwerk nicht in erster Linie durch das eigens getriebene Hinzufügen neuer Kollegen, sondern vor allem umgekehrt. Es bestimmt sich durch Kollegen, die mir folgen und an meinen Inhalten sowie Aktivitäten interessiert sind. Die damit einhergehende Bemessung der Relevanz meiner Themen definiert meine Rolle und Wahrnehmung im Social Network.

Warum der Publikumsjoker der wertvollste ist

Social Networking ist in der Lage, die kollektive Intelligenz schneller zu nutzen und exponentiell zu erweitern. Über die Verbindung mit einem Kollegen wird der Mitarbeiter gleichzeitig Teil eines anderen, indirekten Netzwerkes. Über verschiedene Knotenpunkte vergrößert sich das Social Network und der Zugang zu neuem Wissen.

Über Sub-Verbindungen, in Facebook bekannt als „Freunde von Freunden“, besteht plötzlich eine Beziehung zwischen Kollegen, die vermutlich noch nie zusammengearbeitet haben und vielleicht auch nie zusammenarbeiten werden. Und genau diese schwachen Verbindungen sind es, die vor allem bei der Lösung von komplexeren Problemstellungen den Ausschlag geben können. Sie schlagen Brücken zu anderen individuellen Netzwerken und bilden die kürzeste Verbindung zu weiteren Experten und Informationen.

Sie sorgen für die notwendige unvoreingenommene und unabhängige Sicht auf die Dinge. Diese Erfahrungen aus völlig konträren Unternehmens- und Interessenbereichen liefern neue, bisher unbeachtete Denkansätze. – Der Mehrwert entsteht durch die breite Vernetzung zwischen verschiedenen Menschen mit vielfältigen Interessen und Fähigkeiten. Das ist es, was sich Hersteller wie Jive und Co. zu Nutze machen.

Wie genau diese Effekte für die Arbeit in Teams genutzt werden können, wird in der Adventszeit noch aufgelöst. :)

 

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