"Video ist King": Interview mit Stephan Klein

Video gewinnt in der Unternehmenskommunikation immer mehr an Bedeutung. Doch viele Unternehmen stehen damit einhergehend vor einer großen Herausforderung: Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, um Inhalte zu produzieren? Kann ich das selbst oder brauche ich eine Agentur? Welches Format passt zu welchem Thema? Worauf sollte ich besonders achten? Und auch: wie überzeuge ich Kritiker?

Im Rahmen der Play-Konferenz lernte ich Stephan von der Hunderteins GmbH kennen. Er stand mir Rede und Antwort:

 

Was kann Bewegtbild besser als andere Medien?

Bewegtbild emotionalisiert. Durch die Ansprache von zwei Sinnen - dem Sehen und dem Hören - schaffen Filme es um ein Vielfaches stärkere Emotionen in Menschen hervorzurufen und sie somit emotional zu erreichen. Im Vergleich zu anderen eindimensionalen Medien wie Text, Foto oder Websites, können wir mit einer deutlich höheren Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der Zielgruppe rechnen, was wiederum in einer größeren Reichweite resultiert.

Zusätzlich geben uns Bewegtbilder die Möglichkeit Informationen einfach und vor allem schnell zu vermitteln. Auf Grund des einfachen Zugriffs und der schnellen Aufbereitung von Inhalten ist die Bewegtbildkommunikation auf dem Vormarsch und macht sich auf allen Kanälen breit.

Diese Eigenschaften machen Filme in der Unternehmenskommunikation zu einem wertvollen Werkzeug, um Zielgruppen anzusprechen und für das eigene Unternehmen oder Produkt zu begeistern. 

 

Welche Gründe sprechen scheinbar gegen den Einsatz von Bewegtbild und wie begegnet man diesen?

Ein häufiger Grund, warum Bewegtbild in deutschen Unternehmen oftmals noch in den Kinderschuhen steckt, ist eine fehlende Wahrnehmung für die Vorteile, die diese Art der Kommunikation mit sich bringt, wenn man sie konsequent umsetzt. Viele Firmen sind der Meinung, dass sie durch die Produktion eines Imagefilmes bereits genug für Ihre Bewegtbildpräsenz getan haben. Wenn wir hier allerdings mal den Vergleich zu einem persönlichen Gespräch mit einem potentiellen Neukunden ziehen, dann würde dies mit dem Imagefilm alleine nicht weiter kommen als bis zur Vorstellung. Denken Sie mal darüber nach, welch Potential Sie ausschöpfen könnten, wenn Sie dem Kunden mit einem Produktfilm oder einem Tutorial zeigen könnten, wie stark er von Ihrem Produkt profitieren könnte. Und so begegnen wir dieser Wahrnehmungslücke mit einer klaren Kommunikation der Möglichkeiten zum Einsatz und den Vorteilen von Bewegtbild im Unternehmen.

Ein weiter Grund sind sicherlich auch die mit der Produktion verbundenen Kosten. Und dabei sprechen wir nicht nur von monetären sondern auch vom zeitlichen Aufwand den eine Bewegtbildproduktion mit sich bringt. Hier muss man allerdings sagen, dass sich die Produktionsbedingungen in den letzten Jahren stark verändert haben. Schon mit einfachen Mitteln und wenig Zeitaufwand kann man Bewegtbild mit in die Unternehmenskommunikation einbinden. Doch gleichwohl sollte man ein gutes Kosten-/Qualitätslevel wahren, denn nicht immer ist die schnellste und kostengünstigste Variante sich zu präsentieren die Beste. Oder würden Sie den Wiener Opernball in zerrissenen Jeans besuchen wollen?

 

Was sind die größten Herausforderungen bei der Videoproduktion?

Ich glaube die größte Herausforderung für viele Unternehmen ist die Frage, wo man am besten anfängt und wie man sich dem Thema der Bewegtbildkommunikation nähern soll. Was sind die ersten Schritte und welche Themen kann ich überhaupt in Filmen realisieren? Wer ist meine Zielgruppe und wie spreche ich sie am besten an, um auch gehört zu werden? 

All dies sind Fragen, die es vor der ersten Produktion zu beantworten gilt, um langfristig Erfolg mit dem Einsatz von Filmen zu haben. Denn wer einen Schnellschuss wagt und nur einen einzigen Film realisiert, verschenkt ungenutztes Potential. So ist ein durchdachter, strategisch auf die Kommunikationsziele des Unternehmens ausgerichteter Ansatz mit durchdachten Konzepten für mich der wichtigste Aspekt bei jedem Projekt.

 

Braucht es zwangsläufig eine Agentur, um guten Video-Content zu generieren?

Ganz klar: nein! Ich erwische mich regelmäßig dabei, wie mich Videos begeistern, die mit einfachsten technischen Mitteln entstanden sind. Auch Kanäle wie Snapchat oder Instagram mit ihren Story Funktionen bieten Möglichkeiten eigenständig mit Videos zu kommunizieren.

Nichtsdestotrotz sehe ich drei ganz klare Punkte in denen Unternehmen auf Agenturen wie uns zugehen sollten:

IDEEN

Als Agentur erleben wir in unserem Alltag immer wieder neue Branchen und dürfen uns in die unterschiedlichsten Sachverhalte und Thematiken einarbeiten. Somit haben wir über die Zeit ein gewisses Talent dafür entwickelt mit einem geschulten und unabhängigen Blick auf eine Branche zu schauen und aus unseren Erfahrungen kreative Ideen zu entwickeln das jeweilige Problem zu lösen. Natürlich ist man als Fachmann auf dem eigenen Gebiet eigentlich derjenige mit der besten Erfahrung was in der Branche funktioniert und möchte sich nicht von einer Agentur vorgeben lassen, was man tun sollte. Aber wir erleben eben auch häufig den Fall, dass wir mit einem gewissen neutralen Denken und der Erfahrung aus anderen Branchen frischen Wind in die Kommunikation bringen können. 

EXPERTISE

Auch hier spielt Erfahrung eine wesentliche Rolle. Erinnern wir uns an eine Situation in der unsere Eltern uns einen Rat gegeben haben, den wir zu der Zeit als Quatsch abgetan haben?! Später merkt man dann aber – oh Mann, die hatten ja recht!? Wenn man etwas neu startet und ganz am Anfang steht, dann macht man meistens noch aus einem gewissen Unwissen heraus Fehler, aus denen man dann lernt und sie nach einer Zeit einstellt. Hier hat eine spezialisierte Agentur schon viele Projekte begleitet und kann Unternehmen die mit Video, Kommunikation machen wolllen, an die Hand nehmen und ihnen einen fundierten Rat geben, um typische Anfängerfehler zu vermeiden. 

KAPAZITÄT

Das Thema Videokommunikation ist in den letzten Jahren gerade durch Smartphones erheblich leichter geworden. Schon mit geringen Mitteln kann man hier erstaunliches leisten. Nichtsdestotrotz ist die Videoproduktion immer noch ein zeitintensiver Prozess. Einarbeiten und Erfahrungen sammeln passiert nicht von heute auf morgen. Dies allein ist ein Full- Time Job an sich. In unserer Zusammenarbeit mit unseren Kunden erleben wir zahlreiche Fälle, bei denen wir ganz klar wissen, dass die Kunden das Thema auch alleine stemmen könnten, sie sich aber viel besser auf das konzentrieren, was ihr Geschäft ausmacht und somit ihr Geschäft viel besser voran treiben können, als wenn sie sich hauptsächlich um Bewegtbildkommunikation kümmern müssten.

 

Was möchtest du Unternehmen mitgeben, die überlegen Bewegtbild in der Kommunikation einzusetzen?

Hier komme ich wieder auf meinen Eingangssatz zurück. Bewegtbild begeistert. Und selbst nach knapp 10 Jahren in diesem Bereich werde ich immer wieder von neuen, frischen Konzepten und Projekten begeistert. Ich finde, dass Unternehmen, die sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, Bewegtbild einzusetzen, den Schritt wagen sollten, um diese Begeisterung in der eigenen Kommunikation zu erleben. Gleichzeitig gehört dem Medium Video auf Grund der technischen Zugänglichkeit die Zukunft und je eher wir uns mit der Zukunft beschäftigen, desto eher wird sie zur Realität.


ÜBER STEPHAN

Als Geschäftsführer der Bonner Agentur für Bewegtbildkommunikation hunderteins GmbH beschäftigt sich Stephan mit Potentialen und Einsatzmöglichkeiten von Bewegtbild in der Unternehmenskommunikation.

Neben Konzepten zur Umsetzung von Kommunikation in bewegten Bildern und den vielfältigen Facetten der digitalen Medien sind Stephans heimliche Leidenschaft To-Do Listen, Produktivitäts Apps und Smart-Gadgets, die den Alltag leichter machen.

Sitzt er nicht an seinem Laptop oder hat das iPad in der Hand, findet man den Koffeinenthusiasten entweder an der Kaffeemaschine oder am Telefon durch das Büro wandernd. Manchmal auch beides.